Tag des offenen Denkmals 2020 - Diesmal Digital

Tag des offenen Denkmals® 2020 - Digital

Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.

Sülzenbrücken beteiligt sich mit seiner Kirche St. Wiperti, einer ehemaligen Wehrkirche, seit Jahren am Tag des offenen Denkmals®. Hierzu finden sich Kirchgemeinderat, Ortsteilrat und weitere interessierte Bürger in bewährter Weise zusammen.
Leider kann die Veranstaltung im Jahr 2020 infolge der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt durchgeführt werden. Sie wird digital. Wir wissen natürlich, dass der Blick in den PC das Erlebnis Denkmal, das persönliche Gespräch, das Anfassen oder den unmittelbaren Blick auf ein besonderes Detail nicht ersetzen kann. Aber vielleicht ist es auch eine Chance, sich länger oder mehrmals mit einem bestimmten Denkmal befassen zu können. Probieren Sie es aus!

Unser 1278-jähriges Sülzenbrücken hatte das Glück, bereits im Jahr 2019 ein besonderes Jubiläum feiern zu können, den 100. Jahrestag seiner Kirchenglocken. Und das noch auf den Tag genau mit dem Tag des offenen Denkmals® 2019. Fast das ganze Dorf war beteiligt und feierte mit seinen weit über 1000 Besuchern. In Anerkennung der Organisation und Gestaltung dieses Jubiläums sowie auch seines langjährigen Engagements für die Erhaltung seiner Denkmale erhielt Sülzenbrücken den

 

Denkmalspreis 2019

Sonderpreis des Ilm-Kreises

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Im Zuge des digitalen Denkmaltages 2020 möchten wir Ihnen mit den nachfolgenden Bildern einen Einblick in unsere schöne, historische Kirche St. Wiperti geben. Weiterhin finden Sie hier die gesamte historische Ausstellung des Glockenjubiläums zur Geschichte unserer Kirchenglocken. Ein Link führt Sie zu einer Beschreibung unserer Kirche und zu wichtigen Jahreszahlen.

Wir danken Daniel Streisel für die Bearbeitung / Gestaltung der Webseite zum digitalen Tag des offenen Denkmals® 2020.

 

Bernd Hartung
Ortsteilrat und Ortschronist

 

Fotos: Bernd Hartung, Daniel Streisel, Anja Erfurt
Ausstellungstafeln: B. Hartung / S. Kühn / U.Schwartze / C.Badtke

Impressionen der Kirche und der Glocken

Die Kirche zu Sülzenbrücken

von Bernd Hartung

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Name und Ersterwähnung

  • Der Name:      St. Wigbert oder St. Wiperti
    (früher auch St. Wigbert und St. Pancratius, der Bezug auf Pancratius hat sich jedoch nicht erhalten)    
    Wigbert-Kirchen aus älterer Zeit gehen in der Regel auf Hersfeld zurück.
               
  • Erste Erwähnung   =  Datum der Ersterwähnung Sülzenbrückens
    22. Oktober 741 oder 21. Oktober 742.
    Weihe des Willibald zum Bischof durch Bonifatius unter Teilnahme der Bischöfe Burchard von Würzburg und Witta von Büraburg in Sülzenbrücken

Der Kirchenbau

  • Die Kirche ist 27 m lang und 10 m breit

  • Die Außenmauern unserer heutigen Steinkirche stammen wohl aus dem 12. Jh.

  • Es sind zwei romanische Bauphasen zu erkennen (H.E. Mülleroth)

    Die romanische Tür zur Turmkammer wurde erst später eingefügt, in der Westwand ist ein romanisches Schmuckportal zu erkennen, das in der ersten Empore weitergeht, also vollständig erhalten ist. Alles deutet darauf hin, dass hier der Eingang zu einem früheren Westchor war, der übrige Teil der damaligen ca. 8m breiten Saalkirche ist nicht mehr erhalten. In der westlichen Wand sieht man jedoch die Verbreiterung (ca.10m) am Bruch des Mauerwerks.

  • Wann der Anbau im Osten zugefügt wurde (Altarraum bzw. Chor) ist nicht bekannt  

  • Romanische Rundbogenfenster sind zugebaut, ein Fenstersturz aus damaliger Zeit fand sich im aufgefüllten Schutt und wurde in der Nordwestecke der Kirche aufgestellt.

  • Ein zugesetztes gotisches Fenster aus der Südwand könnte nach 1450 eingebaut worden sein.

  • Das Treppenhaus an der Südseite wurde 1711 mit dem Bau der Emporen angebaut, ein weiteres war auf der Nordseite, wurde aber im vorigen Jahrhundert wieder abgerissen.

  • Die rechteckigen Fenster und die Tür an der Sakristei (Ostseite) sind entstanden bei den Umbauten 1710

Die Ringmauer

  • Die Kirche, früher eine Wehrkirche oder Kirchenburg, war von zwei Ringmauern umgeben, von denen noch Teile zu erkennen sind.

  • Beim Anblick dieser etwa einen Meter dicken und über vier Meter hohen Mauer kann man sich vorstellen, wie das einst ausgesehen haben muss. Unterhalb der Mauerkrone sind noch die Löcher für die Balken des Wehrganges sichtbar, ebenso mehrere Schießscharten in der inneren Mauer, östlich und südlich der Kirche

  • Ein Stein in der Mauer zeigte die Jahreszahl 1162, heute nicht mehr lesbar

  • In einem sogenannten Regulativ vom 06. März 1821, in dem die Zuständigkeiten für die Erhaltung der geistlichen Gebäude, dazu zählte alles von der Kirche über Schule, Lehrershaus, Pfarrhaus und Scheunen sowie die doppelte Ringmauer, wird das damals vorhandene Gesamtensemble deutlich.

  • Bereits 54 Jahre später, 1875 wird die Ringmauer weitgehend abgerissen, die Steine in einem Kanal verbaut, bei dem ein Gebiet von 10 ha Land trockengelegt und Ackerland gewonnen wird - der Hochheimer See.

Hinweise zur den digitalen Tafeln

Sie können Teile der Ausstellungstafeln vergrößern in dem Sie mit der Maus darüber fahren. Der Ausschnitt kann durch drehen am Mausrad vergrößert oder verkleinert werden.